Kommentar ÖNN 04/2023

Liebe Leserin!
Lieber Leser!

Egon Saurer (c) VNT/Archiv/OT

Wieder einmal halten Sie die 4. Ausgabe dieses Jahres unseres Nierenmagazins in den Händen. Herausfordernd für all die ehrenamtlich Tätigen in einer Selbsthilfeorganisation waren nicht nur die Vorbereitungen und das Aufstellen der Finanzierung eines so hochwertigen Patientenmagazins, sondern eben auch der ganze Einsatz und die vielen unbezahlten Stunden. Herausfordernd sind auch jedes Mal in den Redaktionen die Themenfindung die bearbeitet werden. So denke ich, dass heute wieder einmal an dieser Stelle ein Wort des Dankes notwendig ist.

Es erreichen uns immer wieder „Beschwerden“ über lange Wartezeiten bei den Liegend Transporten nach der Dialyse. Der VKI (Verein für Konsumenteninformation) will mit unserer Zusammenarbeit die Qualität der Krankentransporte erheben, dazu bedarf es der anonymen Befragung jener Patientengruppe, die Krankentransporte in Anspruch nehmen. Wir werden uns diesbezüglich noch an die Dialysestationen wenden!

Immer ein Thema ist die Mitgliederwerbung und das Bekenntnis zu unserem Verein. Daher möchte ich wieder darauf hinweisen, dass nur ein Verein von Betroffenen mit starkem Bekenntnis und einer entsprechenden Mitgliederstärke als Interessensvertretung für die Belange der Nierenpatienten erfolgreich sein kann. Helfen Sie auch daher mit im Umfeld und in den Dialysestationen immer wieder Menschen anzusprechen und auf unseren Verein aufmerksam zu machen. Bereits über 100 Millionen Euro muss das Land Tirol an die Tiroler Krankenanstalten zuschießen, um den steigenden Finanzbedarf zu decken. Überfüllte Ambulanzen, geschlossene Bettenstationen wegen mangelnder Pflegekräfte, Ärztemangel in bestimmten Disziplinen, lange Wartezeiten bei planbaren Operationen uvm. Unser Gesundheitssystem kränkelt. Nach Berechnungen der Gewerkschaften gibt es aktuell um rund 2.000 weniger diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegekräfte in Österreichs Gesundheitssystem als noch im Jahr 2019. Die Akademisierung der Pflege hat das Problem noch zusätzlich verschärft. Ein guter Ansatz ist die im Frühjahr vom Bund beschlossene Pflegelehre. Ab Herbst gibt es einen vierjährigen Lehrberuf mit Abschluss Pflegefachassistenz (PFA) und eine dreijährige mit Abschluss Pflegeassistenz (PA).

In Zeiten der einseitigen Berichterstattung und der „übertriebenen Krank Jammerei“ wünsche ich mir mehr Objektivität, eine gesunde Wahrnehmung der Realität und eine Differenzierung, wo Ängste (bewusst) geschürt werden. Versuchen wir es einfach ganz bewusst mit „Gesünder lesen“?

Meint Ihr

Egon Saurer
Vereinsobmann