Auszeichnung für Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Andreas Kronbichler, PhD

Andreas Kronbichler von der Univ.-Klinik für Innere Medizin IV (Nephrologie und Hypertensiologie) ist Anfang Oktober bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie in Berlin mit dem Nils-Alwall-Preis 2023 für seine Forschung auf dem Gebiet der Vaskulitiden – entzündlich-rheumatische Autoimmunerkrankung von Blutgefäßen – ausgezeichnet worden. Der Preis wird bereits seit 1984 zur Förderung herausragender WissenschafterInnen unter 45 Jahren im Bereich der Klinischen Nephrologie vergeben. Andreas Kronbichler ist der erste Österreicher und nach Walter Hörl (Wien, 1986) erst der zweite in Österreich tätige Mediziner, der die Auszeichnung erhielt.

Otto-Kraupp-Preis bereits 2021 für Andreas Kronbichler

(VNT/D. Heidegger) Bereits zum 23. Mal wurde im Oktober im Billrothhaus in Wien der Otto-Kraupp-Preis für die beste, an einer österreichischen Medizinischen Universität angenommenen Habilitation verliehen. Der erste Platz ging in diesem Jahr an Andreas Kronbichler von der Universitätsklinik für Innere Medizin IV (Direktor Gert Mayer) für seine Habilitation „Diagnostic and Therapeutic Considerations in the Management of ANCA-associated Vasculitis“.

Seit 1999 vergibt die Gesellschaft der Ärzte in Wien den Otto-Kraupp-Preis für die besten über ein medizinisches Thema verfassten Habilitationen. Seitens des Stiftungskuratoriums wurden auch dieses Jahr alle Personen, die im Vorjahr eine Habilitationsschrift an einer Medizinischen Universität in Österreich abgeschlossen haben, zur Bewerbung eingeladen. Unter allen Einreichungen wählte die Jury vier KandidatInnen aus, die im Rahmen der Veranstaltung am 19. Oktober im Billrothhaus ihre Arbeiten präsentierten.

Der Nephrologe Andreas Kronbichler, der vorübergehend in Cambridge arbeitet, konnte die Jury mit seiner Habilitation zum Thema ANCA-assoziierte Vaskulitiden überzeugen, in der er sich mit verschiedenen Aspekten dieser seltenen Autoimmunerkrankung beschäftigte und von genetischer Assoziation bis hin zum Infektionsrisiko nach Immunsuppression ein breites Spektrum beforschte. ANCA steht für „Anti-Neutrophile zytoplasmatische Antikörper“. Diese spezielle Form von Auto-Antikörpern geben nicht nur der Krankheit ihren Namen, sie sind auch der Auslöser für die Gefäßerkrankung. Bei den PatientInnen zeigen sich Gefäßentzündungen vor allem im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, in der Lunge oder auch der Niere. ANCA-assoziierte Vaskulitiden haben eine Inzidenz von ca. 20-25/1.000.000. Der Verlauf ist unterschiedlich und reicht von relativ milder Symptomatik bis hin zu lebensbedrohlichen Manifestationen (Lungenblutungen, akutes Nierenversagen, etc.). „In meiner wissenschaftlichen Karriere habe ich mich mit mehreren Aspekten der Erkrankungen beschäftigt, welche sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie eine wesentliche Rolle spielen. Es besteht eine genetische Prädisposition und eine wesentliche Arbeit konnte zeigen, dass eine Differenzierung der beiden ANCA-Serotypen, Proteinase 3 (PR3) und Myeloperoxidase (MPO) eine genetische Diskriminierung erlaubt (keine Überlappung). Diese Differenzierung hat unter anderem einen Einfluss auf Rezidivhäufigkeit, kardiovaskuläre Mortalität und auch Biomarker Expression“, erklärt Kronbichler, der in einer Arbeit zum Mikrobiom auch verschiedene Häufigkeiten der nasalen Besiedelung bei PatientInnen sowie gesunden Probanden, mit einem „shift“ in Richtung S. aureus Kolonisierung bei PatientInnen mit Granulomatose mit Polyangiitis belegen konnte. Die aktive Erkrankung geht mit einem deutlich erhöhten Thromboserisiko einher und in etwa zehn Prozent erleiden ein Ereignis während einer aktiven Erkrankung. In zwei Arbeiten konnte Kronbichler mit KollegInnen diverse Risikofaktoren identifizieren, von denen einer zum Beispiel das Vorhandensein einer alveolären Hämorrhagie ist. „Ebenso konnten wir in einer internationalen Studie zeigen, dass auch unter Rituximab Therapie das Risiko einer schweren Infektion signifikant ist (ca. 25% innerhalb von 2 Jahren) und durch eine prophylaktische Therapie mit Trimethoprim-Sulfamethoxazol reduziert werden kann“, so der Tiroler Nephrologe. Eine weitere Arbeit hat eine internationale Datenbank analysiert und Risikofaktoren für eine Nierenbeteiligung, welche mit Co-Morbidität und Mortalität vergesellschaftet ist, untersucht. „Auf der Basis von Biomarker Untersuchungen wollen wir versuchen, eine maßgeschneiderte Therapie für jede Patientin und jeden Patienten zu initiieren“, blickt Kronbichler in die Zukunft.

Die Innsbrucker Universitätskliniken verfügen über ein Vaskulitis-Zentrum und eine eigene, interdisziplinäre Sprechstunde für diese Autoimmunerkrankung, dementsprechend viele AAV-PatientInnen werden hier behandelt.

Otto-Kraupp-Preis

Für den Otto-Kraupp-Preis stellte die Siemens Healthcare Österreich AG in Zusammenarbeit mit den Medizinischen Universitäten Österreichs sowie der Gesellschaft der Ärzte in Wien den Betrag von 6.000 Euro zur Verfügung. Die Gesellschaft der Ärzte in Wien vergibt den Otto-Kraupp-Preis jährlich in Erinnerung an die außerordentlichen Leistungen von Univ.-Prof. DDr. Otto Kraupp als Ordinarius für Pharmakologie und Toxikologie sowie als langjähriger Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität. Die Auswahl unter den KandidatInnen trifft eine unabhängige Jury.