Vorwort ÖNN 04/2022

Liebe Leserin!
Lieber Leser!

Im Leben gibt es Augenblicke, in denen gelingt uns manchmal alles. Kein Grund zu erschrecken: Das geht vorüber! Haben Sie nicht auch das Gefühl, dass wir vor einer Zeitenwende stehen? Die massive Teuerung, ausgelöst durch eine zum Teil durch die lasche Geldpolitik der EZB und dem Ukrainekrieg sowie den Nachwirkungen der Corona-Pandemie überschatten derzeit unser tägliches Leben. Gerade chronisch kranke Menschen, die häufig nicht mehr arbeitsfähig sind und sogar in die vorzeitige Pension gehen müssen, haben es in diesen Zeiten besonders schwer. In der Gesundheitspolitik läuft es nicht nur derzeit (nach Corona) schief, sondern schon seit vielen Jahren. Überall werden Händeringend Pflegekräfte und auch Ärzte gesucht. Die Akademisierung der Pflege stellt sich unter anderem auch jetzt als das heraus vor der ich vor deren Einführung schon gewarnt habe, sie „fällt uns alle auf den Kopf“. Schließlich ist der Pflegeberuf ein schöner Beruf mit hohem Sozialprestige und hoher Anerkennung, auch wenn medial geschürt hier ein völlig anderes Bild gezeichnet wird.

Wie gewohnt findet am 17.10.2022 wieder unser Stammtisch im Hotel Sailer in Innsbruck statt. Ich lade euch ein an den monatlichen Treffen des Austauschs teilzunehmen!

Der Pflege- und Ärztemangel ist in erster Linie ein System- und Ressourcenproblem, das sich in den nächsten Jahren noch verschärfen wird, denn Österreich wächst durch die Zuwanderung enorm und die bestehende Infrastruktur kann hier nicht mithalten, auch wird die Bevölkerung immer älter und leider auch kränker. Die geburtenstarken Jahrgänge stehen unmittelbar vor der Pensionierung. 77 Prozent der deutschen Absolventen eines Medizinstudiums an einer österreichischen Uni gehen innerhalb von drei Jahren ins Ausland. Das zeigt eine Auswertung der Statistik Austria. Demgegenüber verlassen nur acht Prozent der österreichischen Absolventen das Land – zuletzt blieben sogar wieder mehr in Österreich. Auch durch die Abwanderung und die Gratisausbildung insbesondere von Ärzten haben wir mittlerweile ein Problem, wobei hier die „Numerus Clausus-Flüchtlinge“ angesprochen werden, die in Österreich Medizin studieren. Umgekehrt studieren österreichische Studenten mit sehr gutem Notendurchschnitt (1,1) nach der Matura in Deutschland Medizin, weil sie den EMS-Test in Österreich entweder nicht schafften oder gar nicht absolvierten. Welche verkehrte Welt?

Wie geht es mit Nephro Tirol weiter? Am 11.12.2022 wird voraussichtlich unsere Generalversammlung samt Neuwahlen stattfinden. Wie es mit unserem Verein grundsätzlich weiter gehen wird, wird der Vorstand beraten. Sicher ist jedenfalls, dass ohne konkreten Personalresourcen die Vereinsarbeit so nicht mehr weitergeführt werden kann. Auch wird es immer schwerer nach Corona und der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage überhaupt noch Sponsoren zu finden und die Disziplin den seit 15 Jahren unveränderten Mitgliedsbeitrag von 15 Euro einzuzahlen, lässt leider auch zu wünschen übrig!

Herzliche Grüße!
Egon Saurer