Interdisziplinäre Zusammenarbeit rettet Bein von 16-Jährigem

Nach einem Autounfall im September 2020 in Vorarlberg, bei dem Beritan Cankaya als Beifahrer schwer verletzt wurde, drohte die Amputation des linken Beines. Nach mehreren erfolglosen Operationen in anderen Krankenhäusern, weckt ein Transfer an die Innsbrucker Univ.-Klinik für Orthopädie und Traumatologie neue Hoffnungen.
 

Mehrfache Operationen

Fast ein halbes Jahr nach dem Unfall brachte das erste Anamnesegespräch mit Rohit Arora, Direktor der Innsbrucker Univ.- Klinik für Orthopädie und Traumatologie neue Erkenntnisse. Beritan Cankaya wurde in Innsbruck noch weitere fünf Mal operiert. Die längste Operation dauerte 15 Stunden. In diesem gemeinsam mit Dolores Wolfram-Raunicher, Oberärztin und Professorin an der Univ.-Klinik für Plastische-, Rekonstruktive- und Ästhetische Chirurgie in Innsbruck geplanten Eingriff wurde der Oberschenkelknochen wiederhergestellt. Initial wurde versucht, infizierte und abgestorbene Knochenteile zu entfernen und in der Folge über einen Knochentransport den fehlenden Knochen zu ersetzen. Leider führte das nicht zum erwartenden Erfolg. In der gemeinsamen letzten Operation wurde dann das Wadenbein mit seiner Gefäßversorgung aus dem Unterschenkel entnommen und in den Oberschenkel verpflanzt. Hierzu wurden die Gefäße des Wadenbeins an eine Arterie und Vene am Oberschenkel mittels Mikroskop angeschlossen.

„Im Grunde wurde der Oberschenkel wieder neu zusammengesetzt. Ein Eingriff, der auch an unseren beiden Kliniken kein alltäglicher ist. Umso bewegender ist es, dass die OP so erfolgreich verlaufen ist “, so Wolfram-Raunicher. „Im Grunde wurde der Oberschenkel wieder neu zusammengesetzt. Ein Eingriff, der auch an unseren beiden Kliniken kein alltäglicher ist. Umso bewegender ist es, dass die OP so erfolgreich verlaufen ist “, so Wolfram-Raunicher.

Perfekte Zusammenarbeit

Rohit Arora erklärt: „So etwas schafft man nicht im Alleingang. Hinter jeder Operateurin und hinter jedem Operateur steht ein hochprofessionelles Team. Da sitzt jeder Handgriff. Jede und jeder weiß was zu tun ist. Zeitweise standen beide Operationsteams gleichzeitig am Operationstisch. Zusätzlich waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mikrobiologie und Infektiologie in der Infektbehandlung involviert.“

Ausblick

Beritan Cankaya kann sein Bein wieder voll belasten und wird ein normales Leben führen können. „Ich bin dem Schicksal so dankbar, dass es mich in die Hände von Professor Arora und Professorin Wofram-Raunicher geführt hat“, erzählt Beritan und er möchte sich bei beiden Teams bedanken: „Danke, dass Sie so eine tolle Arbeit geleistet haben, nicht aufgegeben und mir mein Bein und somit auch eine Zukunft ohne Einschränkungen geschenkt haben“.