LKH Hall: Hightech Endoskopie setzt neue Maßstäbe in der Krebsvorsorge

Jedes Jahr kommen rund 7.000 Patient:innen zu einer Endoskopie-Untersuchung ins Landeskrankenhaus (LKH) Hall. Seit Februar sind fünf neue Endoskopie-Türme auf dem technisch letzten Stand im Einsatz, vier davon im Ambulanzbetrieb und einer im OP-Bereich. Die Investition betrug 1,2 Millionen Euro. Die Geräte arbeiten auch mit Künstlicher Intelligenz und leisten damit einen wichtigen Beitrag für eine optimale Krebsvorsorge.

Die gastrointestinale Endoskopie am LKH Hall ist eine interdisziplinäre Einrichtung der Abteilung für Innere Medizin und der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Endoskopische Eingriffe dienen der Erkennung, Charakterisierung und Behandlung von Erkrankungen im Verdauungstrakt.Primar Univ. Prof. Dr. Ivo Graziadei (links) und Primar Univ. Prof. Dr. Walter Mark (rechts)

Chirurgie und Innere Medizin setzen Schwerpunkte

Die Chirurgie am LKH Hall ist bekannt für hervorragende Viszeralchirurgie (Bauchchirurgie). „Auf diesem Gebiet haben wir eine hohe Expertise und in Verbindung mit den modernen Endoskopie-Geräten bieten wir unseren Patientinnen und Patienten eine medizinische Behandlung auf höchstem Niveau. Von einer ‚einfachen‘ Gastroskopie bis hin zum hochkomplexen endoskopischen Eingriff während einer Operation ist alles möglich“, erklärt Walter Mark, Primar der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Ein chirurgisches Notfallteam steht außerdem rund um die Uhr zur Verfügung, falls bei einer lebensbedrohlichen Situation wie zum Beispiel einer Magenblutung ein endoskopischer Eingriff notwendig ist.

Die Abteilung für Innere Medizin am LKH Hall hat seit über 20 Jahren einen Schwerpunkt für Leber- und Darmerkrankungen. „Wir sind ein österreichweit anerkanntes Zentrum auf diesem Gebiet. Mit den neuen Endoskopen arbeiten wir auf dem technisch letzten Stand, was unsere Arbeit unterstützt und beste Voraussetzungen für unsere Patientinnen und Patienten schafft“, freut sich Ivo Graziadei, Primar der Abteilung für Innere Medizin.

Künstliche Intelligenz unterstützt Krebsvorsorge

Vorsorgemedizin spielt vor allem bei Darmkrebserkrankungen eine wichtige Rolle. Walter Mark und Ivo Graziadei empfehlen allen Personen ab 50 Jahren (bei erhöhtem Risiko ab 40 Jahren) regelmäßig eine Koloskopie machen zu lassen, um Veränderungen in der Darmschleimhaut, sogenannte Polypen, rechtzeitig zu erkennen und direkt bei der Untersuchung entfernen zu können. Die neuen Endoskope verfügen über Künstliche Intelligenz, welche die Untersucher:innen bei der Detektion von Polypen unterstützt. Studien zeigen, dass die Anwendung von Künstlicher Intelligenz bei endoskopischen Eingriffen die Entdeckungsrate von verändertem Gewebe erhöhen und damit einen positiven Beitrag zur Krebsvorsorge leisten kann.

Endoskopie – ein Blick in das Innere

Bei einer endoskopischen Untersuchung könne Organe im Inneren des Körpers untersucht und behandelt werden. Für solche Eingriffe erhalten Patient:innen in der Regel eine leichte Sedierung, nach der sie das Krankenhaus wieder selbständig verlassen können. Die häufigsten endoskopischen Untersuchungen sind Gastroskopien (Magenspiegelungen) und Koloskopien (Darmspiegelungen). Das Behandlungsspektrum am LKH Hall deckt jedoch alle endoskopischen Eingriffe ab. Spezialuntersuchungen wie eine endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) zur Darstellung und Untersuchung der Gallen- und Pankreasgänge oder Endosonographien, also Ultraschalluntersuchungen der Magenwand gehören zum Standard.