Tumorerkrankungen: Überlebenschance von 65 Prozent

Krebsregister Österreichs tagen in Innsbruck

(VNT) Derzeit findet in Innsbruck das alljährliche Krebsregistertreffen Österreichs statt. „Tirol ist schon seit langer Zeit Vorreiter in Sachen Tumorregister. Wir erfüllendie hohen Qualitätskriterien bereits seit dem Jahr 1988“, betont die Leiterin des Instituts für klinische Epidemiologie Tirol Irmgard Delmarko nicht ohne Stolz. Seit diesem Jahr wurde das Tumorregister Tirol als erstes Register österreichweit in die internationalePublikation „Cancer Incidents in five Continents“ aufgenommen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir heuer in Tirol zu Gast sein dürfen, war doch die qualitätsgesicherte Arbeit des Tiroler Tumorregisters für uns alle immer ein Vorbild.Die Zusammenarbeit spielt sich auf einer hochprofessionellen Basis ab“, betont Monika Hackl vom Österreichischen Nationalen Krebsregister der Statistik Austria. Das jährliche Krebsregistertreffen dient vorrangig dem Austausch und der Vernetzung. Dieses Jahrfindet das Krebsregistertreffen in Innsbruck statt. Es wird von Statistik Austria in Zusammenarbeit mit dem Institut für klinische Epidemiologie (IET) organisiert. Regionale Krebsregister werden derzeit in Tirol, Vorarlberg, Salzburg und Kärnten geführt.

Hohe Vollzähligkeit

„Ein qualitätsgesichertes Tumorregister steht und fällt mit der Vollzähligkeit“, erklärt Institutsleiterin Delmarko, und weiter: „Nur wenn wir alle Tumorfälle der TirolerBevölkerung registrieren, können relevante Aussagen getroffen werden.“ Da nicht alle Daten an das Register übermittelt werden, braucht es einigen Rechercheaufwand, um die gewünschte Vollzähligkeit zu erreichen: „Hier gibt es neben der Einhaltung von internationalenQualitätskriterien in Tirol eine Besonderheit: Alle Hinweise aus medizinischen und verwaltungsbezogen Quellen, die auf eine Krebserkrankung schließen lassen und noch keinen Registereintrag haben, werden in den einzelnen Krankenhäusern tirolweit und vor Ortnochmals recherchiert und wenn nötig dokumentiert“, verrät der Leiter des Tumorregister Tirol Helmut Mühlböck das Geheimnis des Erfolgs.

Rund 4.000 Neuerkrankungen jährlich

„Nach wie vor sind Krebserkrankungen gemeinsam mit Herz-Kreislauferkrankungen die Todesursache Nummer eins in Tirol“, weiß Prof. Christian Wiedermann, medizinischer GeschäftsführerTirol Kliniken, und weiter: „Im Jahr 2015 sind ca. 3.900 Personen an Krebs erkrankt, davon waren ungefähr 1.800 weiblich und 2.100 männlich. Ungefähr 1.550 Personen (ca. 750 Frauen und 800 Männer) verstarben 2015 an Krebs.“ Ende 2015 lebten in Tirol um die36.200 Personen mit einer Krebserkrankung (ca. 18.300 Frauen und 17.900 Männer). Die häufigsten Krebsfälle bei Frauen sind dem Brustkrebs (Mammakarzinom) zuzuordnen, während die häufigste Krebserkrankung bei Männern der Prostatakrebs ist. „Die relative 5 Jahres-Überlebensrate(altersstandardisiert) von 65% entspricht in Tirol dem sehr hohen mitteleuropäischen Niveau und belegt die sehr gute Qualität der medizinischen Behandlung in unserem Bundesland“, betont Clemens Rissbacher, Leiter des Landesinstituts für Integrierte VersorgungTirol, dem das IET unterstellt ist.

BU: v.l. Stefan Stättner (leitender Oberarzt Chirurgische Onkologie, Vorsitzender Forum Onkologie), Irmgard Delmarko (Leiterin IET), Helmut Mühlböck (Leiter Krebsregister Tirol), Alexandra Kofler (Ärztliche Direktorin Tirol Kliniken), MonikaHackl (Österreichisches Nationales Krebsregister der Statistik Austria), Clemens Rissbacher (Leiter Landesinstitut für Integrierte Versorgung), Christian Wiedermann (medizinischer Geschäftsführer Tirol Kliniken).

 

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