Weltnierentag 2016: Ein Kommentar von Egon Saurer

Unter dem Motto “Kinder und Nierenerkrankung – Frühzeitiges Handeln zur Prävention” findet am 10. März 2016 der 11. Weltnierentag 2016 statt

Kinderweltnierentag

Zahlreich sind dieses Jahr wieder die Veranstaltungen auf der ganzen Welt und in Österreich. In Tirol hat Univ. Prof. Dr. Gert Mayer eine öffentliche Stellungnahme bereits abgegeben. Die Arge Niere Österreich in einer eigenen Presseerklärung an alle österreichischen Medien. Mit dem Projekt „Niere 60/20“ hat die Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN) mit der Arge Niere Österreich (ANÖ) ein Prohekt begonnen, welches noch weiter in den Bundesländern vertieft werden muss. In Tirol beginne ich Gespräche mit der Tiroler Gebietskrankenkasse und verschieden Verantwortungsträgern in Politik und Behörden. Der Weltnierentag 2016 beschäftigt sich mit Nierenerkrankungen bei Kindern. Unabhängig vom Grund ihrer Erkrankung benötigen die jungen Patienten eine spezialisierte und über die medizinische Behandlung hinausgehende Betreuung. Eine chronische Nierenerkrankung ist immer belastend – und in ganz besonderem Maße für junge Menschen eine große Herausforderung. Junge Patienten sind meist weniger belastbar und häufige Fehlzeiten in der Schule führen zu zusätzlichen Problemen. Auch mögliche Begleiterscheinungen der Erkrankung wie eine verzögerte oder gestörte körperliche Entwicklung führen zu hohem Leidensdruck und großer seelische Belastung.

Die medizinische Versorgung für Nierenpatienten in Tirol darf (noch) als bestens bewertet werden. Nephrologen- und Fachärztemangel in den nächsten Jahren trügen aber dieses Bild. Auch die Finanzierung des Gesundheitswesen dürfte, wenn der Trend so weitergeht, bald an seine Grenzen stoßen. Tirols Spitäler verzeichneten einen Rekordabgang von 118 Millionen Euro. Mit der Erweiterung der nephrologischen Bettenstation und dem Ausbau der Dialyse sind wir infrastrukturell gut auf dem Weg. Auch die Nierenambulanz hat nun wieder fünf Tage die Woche geöffnet. In den öffentlichen Krankenanstalten Landeskrankenhaus Innsbruck sowie in den Bezirkskrankenhäusern in Reutte, Lienz, St. Johann und Kufstein stehen insgesamt 46 Plätze für stationäre und ambulante Patienten zur Verfügung. Darüber hinaus bestehen selbstständige Ambulatorien (= private Krankenanstalten) an den Standorten Innsbruck, Zams, Schwaz und Thiersee; diese weisen insgesamt 56 Plätze für ambulante Patienten auf. In Summe stehen als in Tirol 102 Dialyseplätze zur Verfügung, die in Zwei-Schichten gefahren werden können. Gegenüber anderen Bundesländern können wir hier in Tirol noch von einer „heilen“ Welt sprechen.

Die Frühjahrskonferenz der Arge Niere Österreich findet diesmal in Tirol statt. Unser Verein hat sich die letzten Monate viel Mühe gegeben, die Veranstaltung in Kufstein zu organisieren. Am Freitagabend wird ein Orgelkonzert stattfinden und am Samstagabend gibt es einen Empfang mit dem Tiroler Landtagspräsidenten und dem Bürgermeister der Stadt Kufstein. Auch Bezirkshauptmann Dr. Christoph Platzgummer sowie Vertreter der Nephrologie und Transplantationschirurgie werden anwesend sein.

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