Mit Dialyse und der MS Mozart auf dem kaiserlich-königlichen Strom von Passau nach Budapest

Mit dem ICE von Wels in Passau ankommend, empfing mich die warme Maisonne in der Bischofs- und Barockstadt Passau. Ziel war der Anlegeplatz der „MS Mozart“ an der Donaupromenade.

Ein Reisebericht von Egon Saurer

Das Schiff ist mit 22,85 m doppelt so breit, wie die üblichen Flussschiffe und 120,44 m lang. Es bietet Platz für 206 Passagiere und 50 Crewmitgliedern. Außerdem hat die MS Mozart eine Besonderheit: Es gibt eine eigene Dialysestation mit 8 HD-Dialyseplätzen

Das Schiff ist mit 22,85 m doppelt so breit, wie die üblichen Flussschiffe und 120,44 m lang. Es bietet Platz für 206 Passagiere und 50 Crewmitgliedern. Außerdem hat die MS Mozart eine Besonderheit: Es gibt eine eigene Dialysestation mit 8 HD-Dialyseplätzen

Bereits das zweite Mal bemühte ich ein Fluss-Schiff um Ruhe und Entspannung auf der Donau zu suchen und zu finden. Die MS Mozart ist das größte Passagierschiff auf der Donau. Als größtes auf dem deutschen Markt angebotenes Flusskreuzfahrtschiff bietet es nicht nur überaus geräumige, stilvoll elegante Kabinen und Suiten, sondern auch den größten Wellnessbereich auf einem Flussschiff, der sich samt einem 20 m² umfassenden Hallenbad mit Gegenstromanlage aussichtsreich im Bug befindet. Das exklusive Schiff wurde 2010 komplett modernisiert. Das Schiff ist mit 22,85 m doppelt so breit, wie die üblichen Flussschiffe und 120,44 m lang. Es bietet Platz für 206 Passagiere und 50 Crewmitgliedern. Außerdem hat die MS Mozart eine Besonderheit: Es gibt eine eigene Dialysestation mit 8 HD-Dialyseplätzen. Die Innenausstattung des Schiffes erinnert mich an das Hotel Sacher in Wien. Überall begegnet einem die Donaumonarchie.

Von Passau in Richtung Krems

Pünktlich um 17.30 h verließ die MS Mozart Passau und steuerte Richtung Krems durch die schöne frühlingshafte Wachau. Meine 20 m² Außenkabine 133, eingerichtet im Stil der Jahrhundertwende befand sich neben der Dialysestation an Bord, was mich sofort inspirierte, mehr über diese Station und die Patienten sowie dem mitreisenden medizinischen Personal in Erfahrung zu bringen. Zuvor musste ich aber als leidenschaftlicher Schiffsreisender die MS Mozart entdecken. Das weitläufige Sonnendeck mit seinen Stühlen und Liegen, der äußere Rundgang, das edle Restaurant und die noble Lounge erstrahlten in hellem Glanz. Das Schiff wirkt sehr gepflegt und elegant. Das Personal ist überaus freundlich und mein Tisch mit 4 mitreisenden Bayern ist eine Quelle der Freude. Bayern und Tirol sind nicht umsonst Nachbarn. Vorbei an der Schlögener Schlinge genossen wir unser erstes Abendessen auf der MS Mozart.

Dialyse an Bord der MS Mozart

Selbst die Dialysestation auf der MS Mozart ist dem Stil des Schiffes angepasst

Selbst die Dialysestation auf der MS Mozart ist dem Stil des Schiffes angepasst

Die Dialysestation auf der MS Mozart wird von Dr. Peter Rittich (Schiffsdialysen) betrieben. Die Dialysestationen sind mit Maschinen für höchsten Dialysestandard vom Typ Fresenius 4008 B, separate Wasseraufbereitung, Notstromaggregat, deutsches Personal ausgestattet. Die Dialysezeiten werden dem jeweiligen Reiseprogramm angepasst, in der Regel ist die Liegezeit in den Häfen dialysefreie Zeit. Es ist das erklärte Ziel, dass Dialysegäste durch die an Bord notwendigen Dialysebehandlungen keine Beschränkungen in der Wahl der Ausflugsprogramme haben. Der Vorteil eines Flussschiffes ist es aber, dass man schnell überall anlaufen und ein nächstgelegenes Krankenhaus anfahren könne!

Burgen, Klöster und die Donaulandschaft

Vorbei an Burgen und Klöstern, der wilden Natur und der Millionenstadt Wien geht es Flussabwärts Richtung Esztergom und Budapest. Die Kathedrale, der Dom von Esztergom, ist die Kathedralkirche des römisch-katholischen Erzbistums Esztergom-Budapest. Sie befindet sich in Esztergom, der früheren ungarischen Hauptstadt. Der Dom ist der Gottesmutter Maria und dem heiligen Adalbert von Prag geweiht. Seine Entstehungsgeschichte reicht von 1001 bis 1869 und ist die größte Kirche Ungarns und steht auf Platz 18 der größten Kirchen der Welt. Unter dem ungarischen König Stephan dem Heiligen wurde die erste Kirche von 1001 bis 1010 errichtet. Sie bestand bis zum 12. Jahrhundert und wurde durch einen Brand zerstört. Die letzte Ruhestätte für die späteren Erzbischöfe des Erzbistums Esztergom-Budapest ist die Krypta, die im altägyptischen Stil errichtet wurde. In ihr ruhen unter anderem die Gebeine des ungarischen „Märtyrers“ József Kardinal Mindszenty, der ein starker Gegner des Kommunismus in Ungarn war. Seine Gebeine wurden am 4. Mai 1991 vom österreichischen Mariazell nach Esztergom überführt.

Von Esztergom nach Budapest

Die gemütlichen und komfortablen Kabinen der MS Mozart

Die gemütlichen und komfortablen Kabinen der MS Mozart

Auf der Weiterfahrt von Esztergom nach Budapest hatte ich Gelegenheit mit Dialysepatienten zu sprechen. Eine Patienten aus der Bodenseeregion konnte ich auch während der Dialysebehandlung aufsuchen und mit ihr ein sehr ausführliches Gespräch führen. Die 59-Jährige Patienten aus Deutschland strahlte eine große Freude aus. Sie erzählte mir, dass sie bereits seit vier Jahren auf die Dialyse angewiesen sei, dennoch aber dankbar, wenn Shunt und Umfeld geordnet funktionieren, weil sonst ja kein Weiterleben möglich sei. Die Wartelisten für ein Spenderorgan sind in Deutschland lang und man muss nunmehr schon 8 bis 10 Jahre auf eine Nierentransplantation warten, sagte mir die lebensbejahende Patientin. Grundsätzlich sei eine positive Einstellung notwendig. Dreimal die Woche 5 Stunden hänge sie an der Dialyse, sie versorge nach wie vor ihre Familie und habe im Betrieb ihres Bruders noch bis vor kurzem mitgearbeitet. Die Dialysepatientin erzählte mir auch, dass sie bisher in der Schweiz, England und Österreich mit Dialyse Urlaub gemacht hätte und immer sei alles bestens verlaufen. Die Fahrt mit der MS Mozart habe sie ihrem Mann zu verdanken, da ihr Mann gerne mit Schiffen reise. Sie selbst sei aber eher ein „Rucksacktourist“. Die Schiffsreise mit der MS Mozart gefalle ihr sehr gut und sie lobte außerordentlich die behandelte Ärztin Dr. Becker und das Dialyseteam. Schließlich kenne man sich ja nicht und habe sich erst auf dem Schiff getroffen. Meistens werde die Dialyse nach den Tagesausflügen durchgeführt und das würde durchaus im Sinne der Patienten flexibel gestaltet. Sie könne die Reise auch anderen Dialysepatienten mit stabiler Versorgung empfehlen. Beim Essen achte sie – wie auch daheim – auf eine adäquate Ernährung mit möglichst wenig Kaliumaufnahme. Die Trinkmenge kontrolliere sie entsprechend, da sich ja alles im Kopf abspiele. Sie schlafe auch sehr erholsam auf der MS Mozart und lobte das schöne Ambiente des Schiffes und das freundliche Personal. Ihr Mann wollte eigentlich eine Niere spenden, das war aber aufgrund zu hoher Eiweißausscheidung nicht möglich. Alles in allem meinte die gut gelaunte Patienten könne sie sich eine Reise auf einem Schiff wieder vorstellen und erzählte von der wohltuenden Atmosphäre auf der MS Mozart. Außerdem sei die Route sehr interessant: Neben dem Stift Melk würde man in drei Hauptstädte reisen: Wien, Bratislava und Budapest.

Erholsame Genießertage auf der MS Mozart

Das größte Flussschiff der Donau verfügt über ein eigenes Hallenbad und einem erholsamen SPA-Bereich

Das größte Flussschiff der Donau verfügt über ein eigenes Hallenbad und einem erholsamen SPA-Bereich

Während ich mich im Hallenbad und in der Sauna erholte, zogen links und rechts auf der Fahrt nach Budapest die Donauauen an mir vorbei. Im Bug des Schiffes hat man eine phantastische Aussicht. Die Einfahrt in Budapest ist grandios: Die ehemalige kaiserlich-königliche Stadt der Donaumonarchie wurde in den letzten Jahren aufwendig renoviert. Das Parlament gilt als das größte der Welt. Das Budaer Burgviertel ist eines der romantischsten Teile der Stadt. Er ist ein urtümlicher Stadtteil und eine der bedeutendsten Denkmalgruppen des Landes zugleich. Seit der Gründung sind zwar 800 Jahren vergangen, aber seine Schönheit ist auch heute ungebrochen! Die verschiedensten Perioden der Geschichte der ungarischen Hauptstadt sind bei den Gebäuden gut zu beobachten. Die MS Mozart war von Samstag 13 h bis Sonntag 19 h direkt im Zentrum in der Innenstadt (in der Nähe der fulminanten Markthalle) vor Anker. Am Sonntag nach dem ausgiebigen Frühstück besuchte ich um 10:00 h gleich in der Nähe einen feierlichen Gottesdienst. Nach der katholischen Messe nahm ich noch einen Kaffee im Café New York. Das Innere des Cafés mit seinen gedrehten Säulen erinnert zum Teil an die Ausgestaltung barocker Kirchenräume. Pünktlich um 19 h verließ die Mozart bei strahlendem Sonnenschein die prachtvolle Stadt in Richtung Bratislava. Während wir die Schiffsreise, das langsame Gleiten und Entschleunigen genoßen, erreichen wir am nächsten Tag die slowakische Hauptstadt . Die MS Mozart „parkte“ wieder direkt im Zentrum der Stadt, die sich etwas windig, aber mit Sonnenschein präsentierte. Bratislava, (deutsch: Pressburg, ungarisch: Pozsony) ist die Hauptstadt der Slowakei und mit ca. 400.000 Einwohnern die größte Stadt des Landes. Sie liegt an der südwestlichen Grenze der Slowakei am Dreiländereck mit Österreich und Ungarn und ist damit die einzige Hauptstadt der Welt, die an mehr als einen Nachbarstaat grenzt. Mit ca. 55 km Abstand hat sie auch den geringsten Abstand zur nächsten Hauptstadt in Europa: Wien. Als politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes ist Bratislava Regierungssitz der Slowakei sowie Standort mehrerer Universitäten, Museen, Theater und weiterer wirtschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Institutionen. Ich besuchte das Kunsthistorische Museum in der Altstadt und verweilte anschließend in der Bibliothek.

Von Bratislava nach Wien

"Genießen und Wohlfühlen", so kann das elegante Restaurant auf der MS Mozart beschrieben werden

„Genießen und Wohlfühlen“, so kann das elegante Restaurant auf der MS Mozart beschrieben werden

Abends verließ die MS Mozart Bratislava in Richtung Wien. Früh morgens legte die Mozart am Wiener Handelskai an, in nur wenigen Minuten kann man mit der U-Bahn-Linie 1 die Innenstadt erreichen. Mit über 1,7 Millionen Einwohnern ist Wien die bevölkerungsreichste Großstadt Österreichs. Im Großraum Wien leben etwa 2,6 Millionen Menschen – das entspricht rund einem Viertel der österreichischen Gesamtbevölkerung. Bezogen auf seine Einwohnerzahl ist Wien die siebent größte Stadt der Europäischen Union sowie die zweitgrößte deutschsprachige Stadt. Wien war jahrhundertelang kaiserliche Reichshaupt- und Residenzstadt der Habsburger und damit als Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches, des Kaisertums Österreich und als eine der beiden Hauptstädte Österreich-Ungarns ein kulturelles und politisches Zentrum Europas. Als fünftgrößte Stadt der Welt nach London, New York, Paris und Chicago zählte Wien um das Jahr 1910 über zwei Millionen Einwohner. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges verlor Wien allerdings rund ein Viertel seiner Einwohner. Die Altstadt Wiens, die von der Habsburger Regentschaft geprägt ist, sowie das Schloss Schönbrunn wurden von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Der Stephansdom, neben dem Riesenrad im Prater und anderen Sehenswürdigkeiten ein Wahrzeichen Wiens, überragt als eines der höchsten Bauwerke der Stadt und als Metropolitankirche die Innenstadt. Wien gilt als Stadt mit hoher Lebensqualität. In der internationalen Mercer-Studie 2014, in der die Lebensqualität in 221 Städten weltweit verglichen wurde, belegte Wien zum sechsten Mal in Folge den ersten Rang. Eine Studie der UNO sah Wien 2012 als wohlhabendste Stadt der Welt.

Über Wien nach Melk und Passau

Auf der Fahrt von Wien nach Melk herrschte Abendstimmung auf der Mozart

Auf der Fahrt von Wien nach Melk herrschte Abendstimmung auf der Mozart

Um 23 h verließ die MS Mozart die österreichische Hauptstadt. Durch das Tullner Feld und die Wachau gleitete die Mozart elegant Richtung Melk. Melk erreichten wir bei mildem Frühlingswetter. Stift Melk wird seit seiner Gründung 1089 ununterbrochen von Benediktinermönchen bewohnt. Es ist somit seit mehr als 900 Jahren Wahrzeichen des Glaubens und der österreichischen Geschichte. Auf der Basis benediktinischer Lebenserfahrung ist das Stift ein Meisterwerk der Symbiose von Kunst, Kultur und Natur, von Glaube und Wissenschaft. Auch heute pulsiert hier das Leben: im Stiftsgymnasium mit über 900 Schüler/innen, bei vielfältigen kulturellen Angeboten und Veranstaltungen und durch die tausenden Besucher aus aller Welt.

Um 13 h verließ die Mozart Melk und navigierte in Richtung Passau, dem Ausgangsort unserer wunderbaren Reise auf dem kaiserlich-königlichen Strom. Am Abend durften wir uns im Restaurant unter den Gemälden der Habsburger noch mit einem Gala-Dinner verabschieden. Der festliche Abend setzte sich in der Lounge mit Unterhaltungsmusik fort und während wir die Nacht in unseren schönen und behaglichen Kabinen verbrachten, erreichten wir am nächsten Morgen Passau. Die Ausschiffung erfolgte problemlos und auch die unvergessliche Reise mit der MS Mozart war zu Ende. (14.5.2014)

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